Zimmer
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Hüftendoprothesen der Zimmer GmbH
Firma Zimmer GmbH hat trotz eindeutiger Hinweise die Durom-Oberflächenersatzsysteme und auch die Durom-Großkopfsysteme nicht rechtzeitig vom Markt genommen. Die Revisionszahlen, die sich aus mehreren Registern ergaben wurden nicht beachtet. Diese fehlerhaften Prothesen wurde trotz bekannter bzw. grob fahrlässig unbekannter Revisionsraten nicht vom Markt genommen und weiter eingebaut. Hierdurch wurde eine unbekannte Zahl von Patienten geschädigt. Bis heute hat Zimmer die Fehlerhaftigkeit der Prothesen nicht anerkannt und die Patienten nicht entschädigt. Es liegen Konstruktionsfehler aufgrund der fehlerhaften Marktzulassung und Instruktionfehler vor, die zu erheblichen Schäden der Betroffenen Patienten geführt haben. Zahlreiche Klagen mussten daher vor unterschiedlichen Gerichten erhoben werden. Auch strafrechtlich wird dieser Angelegenheit nachgegangen werden müssen.

Es ist in Zusammenhang mit dem Durom/Metasul LDH Hüftprothesensystem zu erheblichen Problemen gekommen. Metallspäne lösen sich vom Gelenk. In bisher 125 Fällen mussten die Hüftprothesen operativ ausgetauscht werden. Hersteller und Chirurgen bzw. Krankenhäuser schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu. Während die Ärzte einen Herstellungsfehler der Zimmer GmbH hierfür verantwortlich machen sieht die Zimmer GmbH einen Anwendungsfehler. Ursache sei eine falsche Montage der Prothesen (Spiegel-Online).

Die Zimmer GmbH hat ein Gutachten eingeholt, welches diese These bestätigt (Stellungnahme des Herstellers). Dies ist wenig überraschend. Es zeigt sich wieder einmal ein Mangel bei der Sicherheit von Medizinprodukten.

Ohne dies bisher belegen zu können, dürfte es nach hiesiger Auffassung höchst unwahrscheinlich sein, dass die Ärzte in einer solchen Vielzahl die Prothesen falsch montiert haben. Die Vorgehensweise von Zimmer entspricht einer neuen Strategie von Medizinprodukteherstellern, sich der Haftung zu entziehen. Das Medizinprodukterecht ist dringend reformbedürftig.

Wenn die Hersteller die Ärzte verantwortlich machen wollen oder behaupten, schadhafte Prothesen seien im Rechtssinne nicht fehlerhaft, so geht diese Vorgehensweise einseitig zu Lasten der geschädigten Patienten. Denn: Niemand will für die Schäden haften.

Wir fordern seit Jahren die Einführung eines Implantatregisters und die gesetzliche Verankerung einer spezialgesetzlichen Gefährdungshaftung für Medizinprodukte.

Was können die geschädigten Patienten in dieser Situation tun?

Solange nicht klar ist, wer für die Schäden verantwortlich ist, müssen die Patienten ihre Ansprüche gegenüber dem Hersteller und dem Krankenhausträger geltend machen. Für vergleichbare Revisionsoperationen wurden bisher Entschädigungssummen von 15.000,00 € bis 40.000,00 € außergerichtlich und gerichtlich in vergleichbaren Fällen gezahlt. Hier kommt es auf die individuelle Schadenssituation an. Die betroffenen Patienten sollten sich umgehend an einen Fachanwalt für Medizinrecht wenden, um Ansprüche, auch zukünftige Ansprüche zu sichern. Auf keinen Fall sollten die Patienten gegenüber der Klinik oder dem Hersteller Verzichtserklärungen oder ähnliches unterschreiben.

info@medizinrecht-heynemann.de