Herzschrittmacher und Defibrillatoren
Herzschrittmacher und Defibrillatoren

Auch bei Herzschrittmachern und Defibrillatoren kommt es immer wieder zu für die Patienten lebensbedrohlichen Fehlfunktionen, etwa durch die Abgabe unmotivierter Schocks und Impulse oder auch durch das Ausbleiben entsprechender Impulse, wenn diese erforderlich wären. Teilweise sind auch die Elektroden dieser Geräte defekt und verursachen diese Fehlfunktionen. Auch hierbei handelt es sich um einen Produktfehler durch den zahlreiche Patienten zu Schaden gekommen sind. Aus den USA wurde auch über Todesfälle berichtet. Patienten, die erleben mussten, dass ihr Herzschrittmacher oder Defi unnötige Schocks auslöste, sind oftmals über Jahre gezeichnet. Diese Schocks gehen mit unglaublichen Schmerzen und Todesängsten einher, von denen sich die Patienten zumeist nur sehr langsam wieder erholen. Zu nennen ist hier etwa ein Gerät der inzwischen nicht mehr existierenden Firma Guidant, die mittlerweile als Boston Scientific Gesellschaften firmieren oder auch bestimmte Serien der Sprint Fidelis Elektrode von Medtronic.

Nach einem Urteil des OLG Hamm vom 26.10.2010 – I-21 U 163/08 kommt es nicht darauf an, ob das Gerät auch im konkreten Einzelfall fehlerhaft war, wenn der Herzschrittmacher, der Defi oder auch nur die Elektroden ausgetauscht werden müssen. Besteht der berechtigte Verdacht, dass das Gerät fehlerhaft sein könnte und muss es aus diesem Grund vorsorglich ausgetauscht werden, begründet dies bereits einen Schmerzensgeld- und Schadensersatzanspruch der geschädigten Patienten.

Die Schäden werden durch die Hersteller nur unzureichend ersetzt. Ohne anwaltliche Hilfe, gehen die Patienten zumeist leer aus. Die Entschädigungen, die die Hersteller in Deutschland zahlen sind zu gering. Dies nicht nur im Vergleich zu den Entschädigungszahlungen, die dieselben Firmen in den USA leisten sondern auch im Vergleich zu den Entschädigungen, die etwa Patienten bekommen, deren künstliches Hüftgelenk gebrochen ist. Gerade diese bisher unbefriedigende Situation sollte aber dazu führen, dass sich die Geschädigten wehren und Ihre berechtigten Ansprüche notfalls auch klageweise durchsetzen. Nur so wird sich die Situation zum Positiven verändern.

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