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Hüftprothese

ASR-Prothesen von DePuy - aus aktuellem Anlass - (Stand August 2012)

DePuy hat nunmehr mit den gesetzlichen Krankenkassen eine Vereinbarung getroffen, nach der die Kosten der Revisionsoperationen den Krankenkassen erstattet werden. Dies ist zwar rechtlich noch kein Anerkenntnis, kommt jedoch einem Schuldeingeständnis gleich. Positiv daran ist, dass überhaupt reguliert wird. Inwieweit diese Vereinbarung auch tatsächlich verpflichtend ist und inwieweit dies - etwa im Falle einer Insolvenz - auch durchsetzbar ist, wird die Zukunft zeigen. Nicht haltbar wäre eine Situation, in der die Krankenkassen ihre Kosten ersetzt bekommen, die Patienten selbst aber leer ausgehen. Die Möglichkeiten der Krankenkassen, dies zu verhindern sind beschränkt, auch wenn sich die Kassen dafür einsetzen wollen, dass auch die Patienten entschädigt werden.

Verjährung droht
Die „ASR-Patienten" sollten aber nicht mehr allzu lange warten, tätig zu werden. Die Ansprüche verjähren im Jahr 2013. Selbst wenn noch keine Revisionsoperation stattfand, müssen die Ansprüche gesichert werden. Die Versagensrate der ASR-Prothese liegt bisher bei rund 30%, Tendenz steigend. Es ist angesichts der fast durchgängig zu beobachtenden erhöhten Metallionenkonzentration im Blut der ASR-Geschädigten davon auszugehen, dass früher oder später alle 5.500 ASR-Prothesen vorzeitig herausoperiert werden müssen. Die ASR-Patienten sollten daher so schnell wie möglich die Hilfe eines auf Medizinprodukte spezialisierten Fachanwaltes für Medizinrecht in Anspruch nehmen, um die Ansprüche zu sichern, bevor diese verjähren!

 

Rückrufaktion für Hüftprothesen des Herstellers DePuy

Trägern von Hüftimplantaten steht eine weitere Schreckensnachricht ins Haus: Es wird sehr wahrscheinlich zu einer weiteren Bruchserie aufgrund eines Materialfehlers einer Hüftprothese kommen. Diesmal erfolgte eine Rückrufaktion bezüglich einer Prothese des Herstellers DePuy (genaue Bezeichnung: DePuy ASR Hüftflächenersatzsystem und ASR Acetabulumsystem, FSCA-Bezeichnung: DINT 12725).Die Firma DePuy Orthopaedics, die unter dem Dach des US-Konzerns Johnson&Johnson Medizintechnik betreibt, hat das ASR-System vom Markt genommen, da es zu Bruchereignissen aufgrund eines möglichen Metallabriebes kommen kann.

In den letzen Monaten hatten vor allem vermehrte Bruchereignisse in England und Wales das Unternehmen dazu veranlasst, das Produkt „freiwillig" vom Markt zu nehmen. Bislang unveröffentlichte Daten aus dem Endoprothesenregister in England und Wales hatten ergeben, dass sich etwa 12% der Patienten, die mit einer Prothese aus dieser Serie versorgt wurden, innerhalb von fünf Jahren einer Revisionsoperation unterziehen mussten.

DePuy selbst hat bisher keine eigenen Angaben über die Zahl der in Deutschland betroffenen Patienten gemacht. Deutschlandweit sollen jedoch über 6000 Prothesen implantiert worden sein. Das Unternehmen hat angekündigt, Nachuntersuchungen, etwaige Revisionen und weitere entstehende Aufwände zu tragen.

Allen betroffenen Patienten, bei denen es eventuell auch bereits zu einem Bruchereignis gekommen ist, wird geraten, nicht ohne weiteres eine Abfindungserklärung, die möglicherweise durch den Hersteller unterbreitet wird, zu unterzeichnen. Unsere langjährige Erfahrung in diesem Bereich zeigt, dass die Hersteller in der Regel einen Betrag anbieten, der weit unter dem liegt, was der geschädigte Patient verlangen kann. Zudem muss bei jedem Patienten individuell geprüft werden, welche Schäden entstanden sind und welche Schadenspositionen in welchem Umfang geltend gemacht werden müssen. Auch die in der Zukunft möglicherweise entstehenden Schäden müssen in die Berechnung einfließen.

Wir raten daher allen Betroffenen, sich an einen Fachanwalt für Medizinrecht zu wenden, der sich auch auf das Gebiet der Medizinprodukte spezialisiert hat. Die Rechtsanwaltskosten werden bei einem vorgerichtlichen Vergleich, der auch in dieser Angelegenheit angestrebt werden sollte, grundsätzlich durch die Medizinproduktehersteller übernommen.

Die Sicherheitsstandards von Endoprothesen sind unzureichend. Hierzu ein interessanter Beitrag aus "W wie Wissen", ARD, 14.11.2010.

info@medizinrecht-heynemann.de